Pädagogische Orientierung

Emmi Pikler

Unsere Arbeit orientiert sich an den Grundsätzen der Kinderärztin Dr. Emmi Pikler: Jedes Kind hat sein eigenes Zeitmaß der Entwicklung. Seine Autonomie, Individualität und Persönlichkeit können sich entfalten, wenn es sich möglichst selbständig entwickeln darf.

Freie Aktivität

Freie Bewegungsentwicklung

Das bedeutet, dass wir Erwachsene nicht in die kindlichen Entwicklungsprozesse eingreifen, nicht versuchen, sie zu beschleunigen, indem wir das Kind in Positionen bringen, in die es noch nicht alleine kommt, da es dann auch nicht mehr selbst zurückkann und somit von uns abhängig wird. Das Kind lernt dadurch sich selbst gut einzuschätzen und Unfälle können dadurch vermieden oder reduziert werden! Das Kind entwickelt ein echtes Selbstbewusstsein und ist somit innerlich und äußerlich im Gleichgewicht.
Freies Spiel

Im freien Spiel übernimmt das Kind die Initiative und Leitung des Spielens und wird nicht vom Erwachsenen „bespielt“.
Die Spielmaterialien sind zum großen Teil „einfacher“ Natur ohne didaktischen Hintergrund. Diese Materialien bieten viele Verwendungsmöglichkeiten und unterstützen den Einfallsreichtum des Kindes, wie z.B. Bälle, Tücher, Körbe, Ringe… - teilweise gar keine „Spielsachen“ im klassischen Sinn (aber „Sachen zum Spielen“).
Im freien Spiel übt das Kind Ausdauer, das Zurechtkommen mit kleineren Schwierigkeiten, eigene Lösungen suchen und finden.
Es findet Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und entdeckt seine Selbstwirksamkeit.

Beziehungsaufbau

Pflegezeiten (Wickeln, Hände waschen, Essen, …) haben in unserer Arbeit eine besondere Bedeutung. Wir verbringen diese Zeit „in partnerschaftlicher Beziehung“ mit dem Kind.
Das Kind hat die Sicherheit, dass sich während der Pflegezeit, insbesondere dem Wickeln, die Bezugsperson nur mit ihm beschäftigt und keine Ablenkungen durch andere Kinder oder andere Störungen erfolgen. Es entsteht ein Dialog auf gleicher Augenhöhe. Diese exklusive Zeit ist für das Kind ein „emotionales Auftanken“ und es kann danach wieder gestärkt für freie Aktivitäten im Gruppenraum sein.


Reggio Pädagogik

In der norditalienischen Stadt Reggio Emilia ist in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg ein innovativer, reformpädagogischer Ansatz entwickelt worden, der auf dem Verständnis eines „reichen Kindes“ mit hohen Potenzialen und Fähigkeiten beruht.
Kinder lernen durch alltägliche Erfahrungen, durch Erkunden, Experimentieren und vor allem auch dadurch, dass sie ihre Entdeckungen, Erlebnisse, Empfindungen in „hundert Sprachen“ zum Ausdruck bringen.
Kinder sind Konstrukteure ihrer Wirklichkeit, Regisseure und Gestalter ihrer Entwicklung und ihres Wissens. Die Pädagogen sind Begleiter und Dialogpartner der Kinder. Sie schaffen eine Atmosphäre des Wohlbefindens, hören den Kindern zu und beobachten sie, stellen Ressourcen für die Aktivitäten der Kinder bereit und setzen Impulse.
Viele Jahre der Erfahrung der Pädagogen in Reggio Emilia zeigen, dass Austausch, Reflexion und ständiger Dialog von Kindern – Eltern – Pädagogen wichtigste Elemente einer frühkindlichen Pädagogik sind.

Pädagogische Orientierung

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